Praxisfinanzierung
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11. November 2025
Zuletzt aktualisiert: 10. November 2025
Lesezeit: 4 min

Praxisgründung Finanzierung – so finanzieren Sie Ihre Arztpraxis

Praxisgründung Finanzierung leicht erklärt: Erfahren Sie, wie Sie die Kosten der Praxisgründung stemmen – von Eigenkapital über Kredite bis zu Fördermitteln.

Sebastian Grossmann
Sebastian Grossmann
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Praxisgründung Finanzierung – so finanzieren Sie Ihre Arztpraxis

Die Praxisgründung Finanzierung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur eigenen Arztpraxis. Diese sogenannte Niederlassungsfinanzierung beeinflusst Ihre Liquidität für viele Jahre – eine sorgfältige Planung ist daher unerlässlich. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Kosten bei einer Praxisgründung auf Sie zukommen. Außerdem erhalten Sie einen Überblick, wie Sie Ihre Praxis finanzieren können – von Eigenkapital über Bankkredite bis zu Fördermitteln.

Kosten einer Praxisgründung: Investitionsplan und Startkapital

Die Kosten einer Praxisgründung können je nach Fachrichtung und Standort stark variieren. In vielen Fällen müssen Sie mit einem hohen sechsstelligen Betrag rechnen, der leicht über 100.000 € liegen kann. Beispielsweise ist eine psychotherapeutische Praxis mit etwa 50.000 € Startkapital realisierbar. Dagegen benötigt eine radiologische Praxis mehrere hunderttausend Euro an Investitionen. Auch der Standort spielt eine Rolle: In Großstädten fallen Mieten und Anschaffungskosten deutlich höher aus als in ländlichen Regionen.

Erstellen Sie unbedingt einen detaillierten Investitionsplan, um alle Kostenpunkte zu erfassen. Typische Kosten einer Praxisgründung sind zum Beispiel:

  • Umbau oder Renovierung der Praxisräume
  • Medizinische Geräte und Praxiseinrichtung
  • Büroausstattung und IT-Systeme (Computer, Software, Praxisverwaltung)
  • Erstausstattung an Verbrauchsmaterialien und Medikamenten
  • Betriebsmittelkosten als Reserve für die ersten Monate (Miete, Personal usw.)

Angesichts dieser Summen ist klar, dass nur die wenigsten Ärztinnen und Ärzte ihre Existenzgründung komplett aus eigener Tasche finanzieren können.

Wie kann man eine Praxisgründung finanzieren?

Es gibt verschiedene Wege, eine Praxisgründung zu finanzieren. Kaum jemand kann alle Kosten allein aus Erspartem decken; meistens sind Fremdfinanzierungen nötig. Zu den wichtigsten Finanzierungsquellen zählen:

  • Eigenkapital: Je mehr eigenes Startkapital Sie einbringen, desto geringer wird Ihr Finanzierungsbedarf. Eigenmittel senken das Risiko für die Bank und verbessern oft die Kreditkonditionen.
  • Bankkredit: Der klassische Weg, um eine Praxisgründung zu finanzieren, ist ein Kredit bei der Bank. Viele Banken (z. B. apoBank) bieten spezielle Praxisdarlehen mit Laufzeiten von 5 bis 15 Jahren an.
  • Öffentliche Fördermittel: Bund, Länder oder Kassenärztliche Vereinigungen unterstützen Existenzgründer mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen. Beispiele sind KfW-Gründerkredite oder regionale Förderprogramme für Ärztinnen und Ärzte in unterversorgten Gebieten.
  • Leasing/Mietkauf: Hochwertige Praxisausstattung und Geräte können Sie auch leasen oder per Mietkauf anschaffen. Dadurch verteilen Sie die Kosten über einen längeren Zeitraum und schonen das anfängliche Budget.

Welche Kredite und Fördermittel gibt es für die Praxisgründung?

Einen Kredit für die Praxisgründung erhalten Sie in der Regel bei Ihrer Hausbank oder speziellen Finanzinstituten für Heilberufe. Die größte Rolle spielt hier die apoBank, welche einen Großteil aller Praxen finanziert. Aber auch Anbieter wie die Deutsche Ärzte Finanz oder klassische Geschäftsbanken (Deutsche Bank, Commerzbank usw.) haben passende Darlehen im Programm. Arztpraxen gelten als relativ sichere Investition, daher gewähren Banken Kredite an Ärzte meist gern – vorausgesetzt, Ihr Konzept ist schlüssig.

Neben Bankdarlehen sollten Sie auch Fördermittel ausschöpfen. Staatliche Förderbanken wie die KfW bieten Gründerkredite mit günstigen Zinsen und tilgungsfreien Anlaufjahren. So finanziert das KfW-Programm „ERP-Gründerkredit – StartGeld“ bis zu 125.000 € Ihres Vorhabens. Zusätzlich unterstützen viele Bundesländer, Kommunen oder Kassenärztliche Vereinigungen Praxisgründer mit Zuschüssen. Solche Förderungen sollen zum Beispiel Ärzte in unterversorgte Regionen locken. Je nach Programm sind vier- bis fünfstellige Beträge möglich, die Sie nicht zurückzahlen müssen.

Auch die Agentur für Arbeit fördert Existenzgründer. Wer aus einem Angestelltenverhältnis oder der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit wechselt, kann einen Gründungszuschuss beantragen – je nach Einzelfall sind dabei bis zu 18.000 € Unterstützung möglich.

Beachten Sie: Für einen erfolgreichen Kreditantrag brauchen Sie immer einen professionell ausgearbeiteten Businessplan und eine realistische Finanzplanung. Damit überzeugen Sie die Bank von der Tragfähigkeit Ihrer Praxis.

Wie viel Eigenkapital braucht man für eine neue Praxis?

Die erforderliche Eigenkapital-Quote hängt vom Einzelfall ab, doch ganz ohne eigenes Geld geht es meist nicht. Banken erwarten in der Regel, dass Sie einen Teil der Summe selbst einbringen. Bei einer Praxisneugründung verlangen viele Kreditgeber typischerweise etwa 10–20 % der Finanzierungssumme als Eigenkapital. Zum Vergleich finanzieren Banken bei der Übernahme einer bestehenden Praxis mitunter sogar 100 % der Kosten, da bereits Umsätze und ein Patientenstamm vorhanden sind.

Haben Sie nicht genügend Eigenkapital, können zusätzliche Sicherheiten (wie Bürgschaften oder Immobilien) der Bank helfen, das Risiko abzufedern. Bedenken Sie aber: Eine Finanzierung ohne Eigenmittel bedeutet für die Bank ein höheres Risiko und führt oft zu höheren Zinsen. Dadurch fallen Ihre monatlichen Raten entsprechend höher aus. Es lohnt sich also, so viel Startkapital wie möglich einzubringen, um die Finanzierungsbelastung zu verringern.

Fazit: Erfolgreich in die eigene Praxis starten

Die Praxisgründung Finanzierung mag komplex erscheinen, doch mit guter Vorbereitung und den richtigen Partnern können Sie sie erfolgreich meistern. Fangen Sie am besten frühzeitig mit der Finanzierungsplanung an, erstellen Sie alle nötigen Unterlagen und vergleichen Sie Angebote. Scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Mit der passenden Finanzierung steht Ihrem Traum von der eigenen Arztpraxis nichts mehr im Wege. Beginnen Sie noch heute mit der Planung!

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